Welche Ausrüstung?

Ausrüstung:

Es braucht nicht wirklich viel, wenn man mit seinem Hund zusammen auf Wanderschaft gehen möchte. Aber es gibt ein paar Dinge, die sich für diese Art der Fortbewegung, vor allem wenn es doch ein paar Kilometer mehr, als die normale Gassirunde sein sollten, als nützlich erwiesen haben:

  • Zuggeschirr: Welches Modell, ob ein Kurz- oder Langgeschirr hängt von dem jeweiligen Hund ab. Wichtig ist, dass es gut sitzt und ihn nicht in seinem Bewegungsablauf beeinträchtigt, wie es z.B. Norweger-Geschirre tun. Auch Geschirre wie solche mit dem Aufdruck “Kampfschmuser” etc. sind eher ungeeignet. Besonders bei stark ziehenden Hunden sollte der Hauptzugpunkt auf die vordere und die untere Brust, sowie auf den seitlichen Halsbereich verteilt sein und das Geschirr auch ausreichend breit, damit es nicht einschneidet.
  • Zug- oder Jöringleine mit Ruckdämpfer, wichtig sowohl für Hund, als auch für den Menschen am anderen Ende.
Elbsandstein Dogtrekking 2016
  • Bauchgurt: an diesem wird die Leine am Menschen befestigt. Auch hier gibt es verschiedene Modelle und genauso wie für den Hund ein gut sitzendes Geschirr wichtig ist, gilt das gleiche auch für den Bauchgurt für den Menschen. Was auf kurzen Strecken noch funktionieren mag, kann auf längeren Strecken für Scheuer- und Druckstellen sorgen und das macht dann keinen Spaß.
Zugspitz Dogtrekking 2018
  • Booties: Prophylaktisch sollten auch Hundeschuhe in Form von Booties im Gepäck landen, falls sich der vierbeinige Gefährte doch mal verletzen sollte, aber auch wenn abzusehen ist, dass der Untergrund scharfkantig sein wird. Wann ich boote hängt hierbei auch von der Empfindlichkeit der Pfoten ab. Die Belastbarkeit der Pfoten läßt sich in Maßen trainieren, weswegen man Booties so wenig wie möglich, aber so oft wie nötig verwenden sollte. Sie bestehen meist aus Cordura und werden in verschiedenen Stärken gefertigt. Dünnere Varianten können auch sehr hilfreich sein bei Wanderungen im Schnee, wenn der Hund dazu neigt Eisklumpen zwischen den Ballen zu entwickeln. Dickere Stärken sind hilfreich bei scharfkantigem Untergrund, da sie nicht so schnell durchgelaufen werden. 
scharfkantiger Untergrund beim Dachstein Dogtrekking 2017
  • Erste-Hilfe Set für Zwei- und Vierbeiner, das wiegt nicht viel und ist im Fall der Fälle echt hilfreich. Auch eine Rettungsdecke/Notbiwak gehören dazu. Ich ergänze diese Sets mit Tape & Hydrokolloidpflaster als Hilfsmittel bei Blasen (lieber früh schon kleben, als zu spät), Schmerzmittel wie z.B Ibuprofen und einem Zeckenhaken.
  • Getränke: Wichtig ist es auch immer genügend Flüssigkeit für Mensch und Hund dabei zu haben. Bei sehr langen Strecken nehme ich zusätzlich ein Mikrofiltersystem mit, um unterwegs Wasser zu filtern und so nachfüllen zu können. Praktisch sind auch faltbare Wassernäpfe aus Silikon für den Hund, weil sie nicht viel wiegen und leicht zu verstauen sind.
Dogtrekking am Hochkönig 2016
  • Nahrung: Etwas zu Essen, ob süß oder salzig oder gleich beides. Für Hunde spart Trockenfleisch einiges an Gewicht. Nassfutter in Tüten erspart den platzraubenden Rücktransport der Konservendose, weil es nicht immer unterwegs eine Möglichkeit gibt den Abfall zu entsorgen und es Hüttenwirte lieber sehen, wenn man seinen Abfall selbst wieder mitnimmt und nicht in der Hütte entsorgt.
  • Beleuchtung: Wenn die Tour etwas länger sein sollte, ist eine Stirnlampe wichtig und ggf. Ersatzbatterien für diese.
Der letzte macht das Licht aus!
  • Kleidung: Ein Blick auf den Wetterbericht hilft bei der Auswahl der Kleidung. Bei Bedarf sollte sie regenfest sein. Generell hat sich der Zwiebellook bewährt und bei der Oberbekleidung sind Reißverschlüsse an der Vorderseite sehr praktisch. Wenn man bei Anstiegen ins Schwitzen gerät, kann man sich so schnell Abkühlung verschaffen und wird einem wieder etwas kühler, ist die jeweilige Schicht schneller wieder verschlossen, als wenn man erst einzelne Bekleidungsteile wieder überziehen muss. Bewährt haben sich spezielle Wandersocken, das hilft Blasen zu vermeiden. Aus diesem Grund sollte man auf längeren Strecken auch nicht seine neu erworbenen Schuhe einlaufen, denn eine Blase am Fuß kann unterwegs den Spaß erheblich schmälern.
Nass-Nässer-Zugspitz Dogtrekking 2017
  • Schuhe: Das Thema Schuhe ist fast ein eigenes Kapitel wert. Bei mir haben sich Trailrunning Schuhe mit gutem Profil bewährt, da sie mir eine gute Kombination aus Flexibilität und Grip bieten. Bei nassem Wetter gerne mit Gore tex kurz gtx , bei trockenem gerne ohne diese Membran.
Auch Schuhe sind Rudeltiere
  • Kleidung für Hunde? Bei längeren Touren im Regen freut sich der Hund sicherlich auch über einen Regenmantel. Nicht zu unterschätzen ist auch die Kälteeinwirkung bei Hunden mit wenig Unterwolle. Hier hilft ein Hundemantel, der zusätzlich etwas wärmt.
Manche Hunde, wie z. B. Whippets sind etwas kälteempfindlicher als andere
  • Kartenmaterial der Region. Es lohnt sich unterwegs auch immer mal einen Blick auf die Karte in Papierversion zu werfen, falls die digitale Version einen mal im Stich lassen sollte.
  • Energieversorgung: Ich nehme bei längeren Strecken eine Powerbank für das Handy mit, falls man die Route mit einer Navigations-App tracken und dabei noch Fotos machen will, zieht das ganz schön Saft. Der Flugmodus spart eine Menge Energie!
Mein Gepäck für das Elbsandstein-Dogtrekking 2018

Was ist noch unter Umständen hilfreich?

  • Gaiter: auch Gamschen gennant bieten in der kurzen Version einen Schutz vor kleinen Steinen und anderem Kleinkram, der sich sonst mal in dem Schuh verirren kann. In der langen Version bieten sie darüber hinaus noch einen Schutz vor Nässe bei Regen und Schnee und halten auch ein wenig warm.
  • Spikes: Ich habe gute Erfahrungen mit sog. Grödeln zum Überziehen gemacht. Damit geht man relativ sicher über Eis, was bei einem ziehenden Hund essentiell sein kann. Es gibt auch Schuhe mit integrierten Spikes oder einfachere Spikes zum überziehen. Mit letzteren habe ich eher weniger gute Erfahrungen gesammelt, da sie mir zu leicht von dem Schuh rutschen.
Gaiter am Bein und Grödel am Schuh im Schnee

Extras:

  • Bei längeren Touren bzw. einem Dogtrekking mit Übernachtung: zusätzlich ein Biwaksack, leichte IsomatteSchlafsack und natürlich etwas mehr an Nahrung/Getränken für Mensch und Hund. Gerade am zweiten Tag brauchte ich gefühlt einiges mehr an Kalorien.
  • Extra Kleidung zum Wechseln, bzw. als zusätzliche Wärmeschicht. Auch eine Mütze ist sehr hilfreich. Als wärmende Schicht oder Sonnenschutz. 
  • Schlauchtuch: Sehr nützlich sind auch Schlauchtücher, die als Stirnband getragen den Schweiß daran hindern in die Augen zu tropfen oder als Halstuch über die Nase gezogen vor Kälte schützen.
  • Bei Grenzübergängen der Impfausweis des Hundes mit den vorgeschriebenen Impfungen.
  • In Regionen mit kaum Empfang: ein GPS-Gerät und Kartenmaterial in Papierversion
  • Taschentücher
  • Traubenzucker
  • Nähzeug, falls mal etwas kaputt gehen sollte
Fehmarn Inselumrundung 2018

Dies sind alles nur Empfehlungen basierend auf meinen persönlichen Erfahrungswerten. Welches Modell oder Fabrikat ist jeweils individuell und es ist sinnvoll sich beraten zu lassen von Menschen mit Erfahrung und in Fachgeschäften, die wirklich Ahnung vom Zughundesport und vor allem Hunden haben.

Ob Dein Hund generell zieht ist übrigens keine Voraussetzung für diesen Sport. Bergauf kann ein ziehender Hund echt praktisch sein, aber bergab ist das nicht besonders knieschonend. Da ist es wichtig, dass Dein Hund lernt auch neben oder hinter Dir zu gehen.

Und wenn Du Stempel der Harzer Wandernadel sammelst, kannst Du bei unseren Touren auch den ein oder anderen Stempel in Dein Heft drücken und so ein paar Schritte näher zum Harzer Wanderkaiser gelangen. Informationen zu der Harzer Wandernadel findest Du hier. Die Hefte dazu bekommst Du an fast jeder Touristeninformation im Harz.